Raumakustik

Für die optimale Nutzbarkeit von Räumen ist eine gute Raumakustik von tragender Bedeutung - ob im einfachen Klassenzimmer einer Grundschule oder in einer größeren Veranstaltungshalle. Ein gutes Verständnis von Sprache und / oder Musik ist Voraussetzung für ein gutes Klangerlebnis oder z.B. die Konzentrationsfähigkeit eines Schülers in seinem Klassenzimmer.

Im folgenden werden einige wichtige Grundbegriffe kurz erläutert:

Äquivalente Schallabsorptionsfläche A:
Unter der äquivalente Schallabsorptionsfläche A versteht man diejenige gedachte Ersatzfläche mit dem Absorptionsgrad α=1 (also 100 % Absorption), die die gleiche Absorption aufweist wie die tatsächliche Umschließungsfläche des Raumes.

Diffusfeld:
Durch Reflexionen an den Wänden und Gegenständen im Raum entsteht näherungsweise ein diffuses Schallfeld, in dem der Schall gleichmäßig verteilt ist. Hier, jenseits des Hallradius, dominiert der Direktschall nicht mehr. Voraussetzung für ein nahezu diffuses Schallfeld ist ein nahezu quaderförmiger Raum, dessen Verhältnis von kürzester zur längsten Raumlänge weniger als 1 : 5 beträgt. Anderenfalls kann nicht von einem diffusen Schallfeld ausgegangen werden.

Schallpegel im Raum:
Im Diffusen Schallfeld stellt sich ein bestimmter Schallpegel ein, der charakteristisch für das Diffusfeld ist. Dieser Pegel ist abhängig von der Gesamtabsorption im Raum und variiert nur im Bereich des Direktfeldes und in der Nähe von Reflexionsflächen.

Nachhallzeit:
Die Nachhallzeit T ist die Zeit in Sekunden, in der nach Abschalten einer Schallquelle der Schallpegel um 60 dB abfällt, d.h., in der sich die Schallenergie auf 1 / 1 000 000 der Schallenergie vor Abschalten der Schallquelle verringert. Die Nachhallzeit T ist frequenzabhängig. In Abhängigkeit vom Raumvolumen und der zu erwartenden Nutzung des Raumes ergeben sich optimale mittlere Nachhallzeiten, die für die Hörbarkeit im Wesentlichen verantwortlich sind.

Sabine´sche Formel / Berechnung der Nachhallzeiten:
Auf der Basis der Sabine´schen Formel, die die Nachhallzeit in Abhängigkeit vom Raumvolumen und der äquivalenten Schallabsorptionsfläche darstellt, können neben der messtechnischen Erfassung auch Berechnungen (in der Bauplanung) frequenzabhängig erstellt werden.

Die DIN 18041 "Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen" gibt Richtgrößen vor, wie etwa optimale Nachhallzeiten für verschiedene Nutzungen oder Beispiele für gute und weiniger gute Anordnungen von Absorbtionsflächen und Reflexionflächen.

Die Arbeit eines Bauphysikers besteht  darin, unter Berücksichtigung der geplanten Nutzung und Gestaltung des Raumes ein Zusammenspiel von reflektierenden und absorbierenden Flächen in allen Bereichen des Raumes so abzustimmen, dass frequenzabhängig eine optimale Hörsamkeit erziehlt wird. Hierbei können verschiedene Absorbertypen zum Einsatz kommen (poröse Absorber, Platten- und Lochplattenschwinger, Helmholtzresonatoren). 

Ein raumakustische Planung ist eine individuell auf die Ansprüche des Nutzers und die Raumgeometrie und -größe abzustimmende Einzelplanung, die von u.a. den oben genannten Begriffen abhängig ist. Gerne unterstütze ich Sie bei der Planung von akustisch sensiblen Räumen und  erstelle ein raumakutisches Planungskonzept oder unterstütze Sie bei der Optimierung vorhandener Räume oder der Bauabnahme mit Kontrollmessungen zur Nachhallzeit.